Überlegungen zur motorischen Grundlagenausbildung und Bewegungsförderung

Nach der aktuellen Veröffentlichung der Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands (WIAD) bedienen sich die Medien nicht selten Schlagzeilen wie „Generation Sitzzwerg“, „Körperliche Fitness von Kindern lässt weiter nach“ oder „Hilfe, wie fängt man einen Ball?“. Szenarien werden beschrieben, dass Kinder nicht mehr auf Bäume klettern, nicht mehr balancieren oder mit verbundenen Augen auf einer Linie rückwärts laufen können – eigentlich spielerisch-motorische Selbstverständlichkeiten.

Es gibt zunehmend Kinder, die zu Hause vor dem Computer sitzen, aber zugleich gibt es die „Sport-Cracks“, die mehr und vielfältiger sportlich aktiv sind als früher. Der MTV Blau-Weiß Bad Oeynhausen engagiert sich im Bereich der Grundlagenausbildung bei Kindern und ermöglicht Kindern und Jugendlichen vielfältige Bewegungserfahrungen.

Bewegungsmangel wird für viele Dinge verantwortlich gemacht: Aggressionen, allgemeiner Schulstress, Koordinationsprobleme ….Aber kein gesunder Mensch wird unbeweglich oder unsportlich geboren. Und wir meinen, dass Bewegung Spass macht und wollen auch die Kinder, bei denen anfangs manche Bewegungen noch nicht ganz so toll klappen für die Erlebniswelt Sport und Bewegung gewinnen.

Bausteine im Kinderturnen sind die Botschaften „Bewegen“, „Üben“, „Spielen“, „Mitmachen“, „Erleben“ und „Können“.

Mit Bewegen soll der Aspekt der motorischen Grundlagenausbildung sowie der Bereich der Gesundheitsförderung als zentraler Bestandteil des Kinderturnens markiert werden. Die Kinder sollen Spiel, Sport und Bewegung als wichtige Bereicherung ihres Lebens erfahren und für den Sport insgesamt gewonnen werden.

Üben steht für die Ausprägung von Fähigkeiten und Fertigkeiten des Körpers. Der Übungsprozess bedeutet für Kinder eine wichtige Erfahrung: Grenzen erfahren, Aufgaben kontinuierlich bewältigen, sich mit anderen messen und sich nachhaltig für eine Sache engagieren.

Das Spielen soll den Spaß an der Bewegung vermitteln. Regeln sollen im Miteinander und gegeneinander erlernt werden. Darüber hinaus soll durch gemeinsame Aktionen Motivation für ein lebenslanges Bewegen erreicht werden.

Beim Mitmachen steht das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund. Kinder können soziale Erfahrungen untereinander sowie gegenüber anderen Personen sammeln. Das Kinderturnen ist in diesem Segment also wichtig zur Förderung der Sozialkompetenz.

Erleben steht für den Aspekt der Vielfalt in der Entwicklung der Persönlichkeit. Über einen erlebnisorientierten Umgang mit der Bewegung können Ängste überwunden und Mut ausgeprägt werden. Kinder erfahren sich und ihren Körper und gewinnen einerseits Körperbewusstsein sowie andererseits Sicherheitsgefühl und Geborgenheit in einer Gruppe. Entscheidender Gesichtspunkt ist hier die Tatsache, dass die Kinder die Möglichkeit haben, erste Erfahrungen in ungewohnter und dennoch „behüteter“ Umgebung mit vielen anderen sammeln können, um so einen weiteren Schritt in die Selbständigkeit zu gehen.

Das Können fasst alle Einzelinhalte zusammen, die das Kinderturnen prägen.

Was Kinder z.B. zu leisten in der Lage sind, haben verschiedene Projekte unter Federführung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gezeigt. Sie können sich aktuell informieren im Internet unter www.kinderstarkmachen.de